Was ist der Graue Star?
Der Graue Star ist eine altersbedingte Trübung der Augenlinse, die vor allem ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Sie führt zu einer allmählichen Verschlechterung der Sehqualität. Auch bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder eine Kortisontherapie können einen Katarakt verursachen. Unbehandelt kann der Graue Star bis zur Erblindung führen.
Symptome & Diagnose
Typische Anzeichen für einen Grauen Star sind:
- dauerhaft verschwommenes oder getrübtes Sehen
- gesteigerte Blendempfindlichkeit, z. B. bei Scheinwerfern oder Sonnenlicht
- verminderte Kontrastwahrnehmung
- verändertes Farbsehen
Die Diagnose erfolgt durch eine umfassende augenärztliche Untersuchung. Dazu gehören:
- Sehschärfenbestimmung
- Untersuchung der Augen mit der Spaltlampe bei erweiterter Pupille
- Vermessung des Auges (Biometrie) zur Auswahl der passenden Kunstlinse
Behandlung & Operation
Die einzige wirksame Behandlung des Grauen Stars ist die operative Entfernung der getrübten Linse und der Einsatz einer klaren Kunstlinse (Intraokularlinse, IOL). Die Operation erfolgt in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung.
Ablauf der Katarakt-Operation
- Betäubung des Auges
- Kleiner Schnitt am Rand der Hornhaut
- Zerkleinerung und Absaugung der getrübten Linse (Phakoemulsifikation)
- Einsetzen der Kunstlinse
- Nachkontrolle und Nachsorge
Die Operation dauert etwa 10 bis 20 Minuten und wird minimalinvasiv durchgeführt, meist ohne Naht. Das Sehen verbessert sich in der Regel bereits wenige Tage nach dem Eingriff.
Kunstlinsen
Für das Sehen im Alltag sind drei Distanzen wichtig: die Ferne (Fernsehen, Autofahren), die mittlere Distanz (Arbeit am Monitor, Mobiltelefon) und die Nähe (Bücher oder Zeitung lesen, feine Arbeiten wie Nähen).
Bei Kunstlinsen unterscheidet man zwischen monofokalen (Einstärken-)Linsen und multifokalen (Mehrstärken-)Linsen. Monofokale Linsen sind auf gutes Sehen in einer Distanz ausgelegt, zum Beispiel in der Ferne oder in der Nähe. Multifokale Linsen können die Abhängigkeit von einer Brille über mehrere Distanzen deutlich verringern; für bestimmte Tätigkeiten kann eine Brille dennoch nötig bleiben.
| Linse | Fernez. B. Autofahren, Fernsehen | Mittlere Distanzz. B. Monitor, Mobiltelefon | Nähez. B. längeres Lesen, Feinarbeiten |
|---|---|---|---|
| Standardlinsemonofokal | eingeschränkt | nein | nein |
| (Torische) PLUS-Linsemonofokal | ja | nein | nein |
| EDOF-Linsemultifokal | ja | ja | eingeschränkt |
| Trifokale Linsemultifokal | ja | ja | ja |
in der Regel gutes Sehen ohne Brille eingeschränkt Brille nötig
Typische Eigenschaften der Linsentypen – das individuelle Ergebnis kann abweichen. Lichtphänomene wie Halos oder Blendung sind bei allen Kunstlinsen möglich, bei multifokalen Linsen häufiger.
Monofokale Kunstlinsen
Zu den monofokalen Linsen zählen die sphärischen Standardlinsen sowie die verbesserten asphärischen PLUS- und torischen PLUS-Linsen.
Multifokale Kunstlinsen
Zu den multifokalen Linsen gehören im Wesentlichen die EDOF- und die trifokalen Linsen.
- EDOF-Linse (Extended Depth of Focus, erweiterter Sehbereich): moderne Linse mit erweitertem Sehbereich von der Ferne bis zur mittleren Nähe; viele Alltagstätigkeiten sind damit häufig ohne Brille möglich.
- Trifokale Linse: klassische multifokale Linse, ausgelegt auf alle drei Distanzen. Lichtkreise („Halos“) um Lichtquellen treten häufiger auf, werden nach einer Eingewöhnungszeit aber meist gut vertragen.
Welche Linse die richtige ist, hängt von Ihren Wünschen und Ihrem Alltag ab. Wir wählen sie gemeinsam mit Ihnen aus, nach einer präzisen Vermessung Ihres Auges.
Sehen ohne Brille
Eine Katarakt-Operation kann heute auch der Beginn eines neuen Sehens sein: klar, kontrastreich und in vielen Fällen deutlich unabhängiger von der Brille. Mit individuell ausgewählten Premiumlinsen lässt sich Ihr Sehen gezielt an Ihren Alltag anpassen, ob beim Autofahren, am Bildschirm oder beim Lesen.
Alle Linsen im DetailRisiken & Komplikationen
Die Katarakt-Operation gilt als risikoarm und ist einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe weltweit. Dennoch können, wie bei jeder Operation, Risiken auftreten, zum Beispiel:
- Infektionen oder Entzündungen
- Hornhautschwellung
- Nachstar: die häufigste Spätkomplikation, die sich mit einem kurzen Lasereingriff sehr gut behandeln lässt
- in sehr seltenen Fällen eine Netzhautablösung oder ein erhöhter Augeninnendruck
Alle Risiken besprechen wir vorher ausführlich mit Ihnen.
Nachsorge & Heilungsverlauf
- Schonung in den ersten Tagen nach der Operation
- keine mechanische Belastung des Auges, zum Beispiel durch Reiben
- Augentropfen zur Unterstützung der Heilung
- eine Sonnenbrille zum Schutz vor Licht
- Brillenanpassung frühestens nach 6 Wochen
- regelmäßige Kontrollen zur Sicherung des Operationserfolgs
Der Heilungsverlauf ist meist unkompliziert. Viele Patientinnen und Patienten bemerken bereits wenige Tage nach dem Eingriff eine deutliche Verbesserung des Sehens.
Kosten & Finanzierung
Die Standardversorgung mit einer monofokalen Linse übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse. Zusatzleistungen wie Premiumlinsen oder erweiterte Voruntersuchungen sind privat zu tragen. Wir besprechen sie vorher transparent mit Ihnen. Die Kosten richten sich nach der gewählten Linse und Technik.
Mögliche Vorteile einer Operation
- klareres und schärferes Sehen
- mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit
- geringeres Risiko für Stürze und andere Folgeerkrankungen
- mehr Unabhängigkeit von der Brille, wenn Sie eine entsprechende Linse wählen
Ihr Weg zur Behandlung
- BeratungsgesprächAusführliche Aufklärung und Besprechung Ihrer Wünsche
- VoruntersuchungPräzise Vermessung und individuelle Planung
- OperationSchonend und in der Regel ambulant
- NachsorgePersönliche Betreuung bis zur vollständigen Erholung
Vereinbaren Sie gern einen Beratungstermin in unserer Praxis. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und finden mit Ihnen gemeinsam die beste Lösung für Ihre Sehkraft.
Weitere Informationen
- ZEISS: Leitfaden für Interessenten einer Kataraktoperation (öffnet in neuem Tab)
- Informationsbroschüre des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e. V. (PDF) (öffnet in neuem Tab)
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Grauer-Star-Operation?
Etwa 10 bis 20 Minuten. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung, minimalinvasiv und meist ohne Naht.
Zahlt die Krankenkasse die Katarakt-Operation?
Die Standardversorgung mit einer monofokalen Linse übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse. Premiumlinsen oder erweiterte Voruntersuchungen sind privat zu tragen. Wir besprechen die Kosten vorher transparent mit Ihnen.
Wann kann ich nach der Operation wieder gut sehen?
Das Sehen verbessert sich in der Regel bereits wenige Tage nach dem Eingriff. Eine neue Brille wird frühestens nach 6 Wochen angepasst.
Welche Kunstlinse ist die richtige für mich?
Monofokale Linsen ermöglichen gutes Sehen in einer Distanz, multifokale Linsen (EDOF oder trifokal) können die Abhängigkeit von einer Brille deutlich verringern. Wir wählen die Linse gemeinsam mit Ihnen aus, nach einer präzisen Vermessung Ihres Auges.
Ist die Operation gefährlich?
Die Katarakt-Operation gilt als risikoarm und ist einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe weltweit. Mögliche Risiken sind zum Beispiel Infektionen, eine Hornhautschwellung oder ein Nachstar, der sich mit einem kurzen Lasereingriff sehr gut behandeln lässt. Wir besprechen alle Risiken vorher ausführlich mit Ihnen.